Qualifizierung, Kooperation

Betriebe setzen auf Cluster

Im Kooperationsprojekt Ecoline entwickeln vier Unternehmen aus Kunststoff-Abfällen im Haushalt neue Materialien beispielsweise für Pflanzboxen in Steinoptik. ©PLAST-IQ
Im Kooperationsprojekt Ecoline entwickeln vier Unternehmen aus Kunststoff-Abfällen im Haushalt neue Materialien beispielsweise für Pflanzboxen in Steinoptik. ©PLAST-IQ
03.08.2020

Innovation durch Kooperation – so lautet das Motto der acht Branchencluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria. Während der Coronakrise ist das Interesse der heimischen Betriebe am Serviceangebot der Cluster deutlich gestiegen. Virtuelle Workshops, Online-Seminare und -Veranstaltungen punkteten bei den Clusterpartnern. 

In den Monaten April bis Juni wurden 25 Kooperationsprojekte gestartet, 2.139 Unternehmensvertreter/-innen nahmen an den Veranstaltungen teil. Der Großteil der mehr als 2.000 Partnerunternehmen hat die Zeit genützt, um das firmeninterne Know-how zu erweitern, Kooperationen zu stärken und sich noch fester im Cluster-Netzwerk zu verankern.

Während im ersten Quartal 2020 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Cluster noch 577 Firmenbesuche absolvierten, stieg diese Zahl im 2. Quartal trotz Lockdown auf 784.

„Die Firmenbesuche fanden während des Lockdowns als Videokonferenzen statt. Unsere Partnerunternehmen interessierten sich dabei vor allem für Fördermöglichkeiten, Kooperationsprojekte sowie Weiterbildung und Qualifizierung“,

sagt Prok. DI (FH) Christian Altmann, MBA, Leiter Cluster & Kooperationen bei Business Upper Austria.

So stieg die Zahl der gestarteten geförderten Kooperationsprojekte von neun im ersten auf 25 im zweiten Quartal. Es handelt sich dabei um regionale, nationale und europäische Projekte, Fördergeber sind teilweise das Land OÖ, der Bund oder auch die EU.


Aktuelle Kooperationsprojekte

Vom Haushaltsmüll zum trendigen Designprodukt

Cluster-Kooperationsprojekte werden aus Mitteln des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogrammes „Innovatives OÖ 2020“ vom Land OÖ gefördert. Eines davon hat die Firma Plast IQ, ein Tochterunternehmen der Haidlmair Group, initiiert. Gemeinsam mit den oö. Unternehmen Bage plastics, ifw kunststofftechnik und dem Forschungsinstitut Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH (TCKT) sollen aus Post-Consumer-Rezyklaten neue Materialien für verschiedenste Anwendungen entwickelt werden. Dabei legt die Kooperationsgruppe ein besonderes Augenmerk auf das Design der Endprodukte.

 

Mülltonne: Auslaufmodell und Zukunftsprodukt

Bin-up.AT nennt sich ein Projekt im Kunststoff-Cluster, das Mülltonnen zu 100 Prozent aus Post-Consumer Kunststoffrezyklat herstellen will. Im Projektkonsortium arbeiten unter der Leitung von M2 Consulting GmbH Europlast Kunststoffbehälterindustrie GmbH (Spritzgießer von Wertstofftonnen), Walter Kunststoffe GmbH (Recycling/Upcycling) und LAVU GmbH (Abfall-Verwertung und -Logistik) zusammen. 

 

Prototyp für „Digitalen Zwilling“

An einem Prototyp eines „Digitalen Zwillings“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten namhafte Partnerbetriebe des Mechatronik-Clusters: Eisenbeiss, framag Industrieanlagenbau, SRW Automation & Service, Primetals und KTM. Dabei werden sie wissenschaftlich von der FH OÖ – Campus Wels, dem SCCH - Software Competence Center Hagenberg und der RISC Software GmbH unterstützt.

 

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung

Nicht nur branchen- und firmenübergreifend, sondern sogar länderübergreifend läuft das Projekt MAP 2.0 im Lebensmittel-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria sowie jenem der Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, ecoplus. Die Fleischverarbeiter Großfurtner und Sonnberg Biofleisch erforschen gemeinsam mit Sojarei Vollwertkost, dem Gaserzeuger Messer Austria und OFI Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik, ob neuartige Schutzgasverpackungen Lebensmittel länger haltbar machen.

 

Firmen nutzten Angebot zur Weiterbildung

3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen im ersten Halbjahr 2020 zu den Workshops und Veranstaltungen der Cluster, die ab März als Online-Events angeboten wurden. Die Teilnehmerzahl stieg von 882 in den ersten drei Monaten des Jahres auf 2.139 von April bis Juni. „Besonders erfreulich ist, dass wir damit auf der gleichen Zahl von Teilnehmern wie im ersten Halbjahr 2019 lagen, und das trotz Lockdown“, ergänzt Christian Altmann.

 

Zulauf zu den Clustern in der Krise

Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Clusterpartner während der Coronakrise gestiegen ist. Insgesamt 24 Unternehmen entschieden sich in den ersten sechs Monaten des Jahres dazu, Mitglied in einem der acht Cluster zu werden – fünf im ersten und 19 im zweiten Quartal. Die vergangenen Wochen und Monate haben deutlich gezeigt, welch innovatives Potenzial in den oberösterreichischen Unternehmen vorhanden ist. Das weitreichende Netzwerk der Branchencluster in der oö. Standortagentur mit mehr als 2.000 Partnerbetrieben hat sich dabei als tragfähige Stütze der heimischen Wirtschaft auch in der Krise erwiesen.