Erfolgsrezepte für Werkzeugbauer

KC-aktuell Sonderausgabe Werkzeugbau inklusive der Studie „Tooling in Austria“

KC-aktuell Sonderausgabe Werkzeugbau inklusive der Studie „Tooling in Austria“
KC-aktuell Sonderausgabe Werkzeugbau inklusive der Studie „Tooling in Austria“
Kennzahlen Studie Tooling in Austria
Kennzahlen Studie Tooling in Austria
Martin Ramsl, KC-Projektmanager Büro St. Pölten und Doris Würzlhuber, KC-Projektmanagerin Büro Linz © Business Upper Austria
Martin Ramsl, KC-Projektmanager Büro St. Pölten und Doris Würzlhuber, KC-Projektmanagerin Büro Linz © Business Upper Austria
10.12.2020

Der Formen- und Werkzeugbau in Österreich hat lange Tradition, deshalb nahm der Kunststoff-Cluster gemeinsam mit dem Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen die österreichischen Werkzeugbauer unter die Lupe. Die jetzt vorliegende 100 Seiten umfassende KC-aktuell Sonderausgabe Werkzeugbau inklusive der Studie „Tooling in Austria“ ist eine breit gefächerte Leistungsschau, die heimischen Unternehmen – vom Kleinbetrieb bis zu Konzernen – einen kompakten Überblick zur Marktsituation liefert. Der Bogen spannt sich von Erfolgsgeschichten bis zu den Herausforderungen, denen sich die Branche in den kommenden Jahren stellen muss.

Erstmals wurde ein Nachschlagewerk über den österreichischen Werkzeugbau erstellt, das auf Fakten basiert, die via Fragebogen ermittelt wurden. „Mit dieser Studie boten wir auch dem kleinsten österreichischen Werkzeugbauer an, sich unkompliziert und schnell mit der Branche zu vergleichen“, beschreibt Doris Würzlhuber die Intentionen, die zur Umsetzung des Projektes führten. Jeder teilnehmende Betrieb erhielt von Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen eine eigene Auswertung und kennt nun seine Stärken und Schwächen. Die vorliegende Studie beschreibt die Charakteristika des Werkzeugbaus in Österreich. Dazu wurden Kennzahlen österreichischer Werkzeugbaubetriebe äquivalenten Kennzahlen aus Deutschland sowie aus weiteren Ländern gegenübergestellt. Die Struktur der Branche Werkzeugbau gibt das allgemeine Bild der Größe österreichischer Unternehmen wieder. 79,5 % der internen und externen Werkzeugbaubetriebe in Österreich haben weniger als 50 Mitarbeiter*innen. Insgesamt liegt die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten in österreichischen Werkzeugbaubetriebe bei 38. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten ist mit 35,4 Jahren doch deutlich niedriger als in Deutschland mit 41,0 Jahren. Der Bedarf an Facharbeitern kann durch die Lehrlingsausbildung weitgehend gedeckt werden. Immerhin rund 68 Prozent der Bediensteten haben einen Berufsschulabschluss oder eine höhere Qualifikation.

Hohe Wertschöpfung

Der österreichische Werkzeugbau ist als Anbieter hochkomplexer und hochpräziser Spritzgießwerkzeuge international angesehen, dennoch werden über 65 % des Umsatzes im Inland erzielt. Charakteristisch ist aber vor allem die sehr hohe Wertschöpfungstiefe. Diese beträgt bei österreichischen Werkzeugbaubetrieben durchschnittlich 73,2 %, was ein Indikator für inhärente Kompetenz und die damit einhergehende Spezialisierung von Betrieben aufzeigt. Österreichische Werkzeuge haben im internationalen Vergleich den Ruf teuer zu sein, dem steigenden Preisdruck begegnen die Unternehmen mit einer starken Kundenorientierung. So bieten österreichische Werkzeugbaubetriebe ihren Kunden ein breites Spektrum an vorgelagerten und nachgelagerten Dienstleistungen an um sich vom internationalen Wettbewerb zu differenzieren.

Spitzenreiter bei Spritzgießwerkzeugen

Der österreichische Werkzeugbau besticht dabei vor allem durch seine hochkomplexen und qualitativ hochwertigen Spritzgießwerkzeuge. Diese machen gemeinsam mit anderen kunststoff- verarbeitenden Werkzeugen rund 80 % der österreichischen Werkzeugproduktion aus. Zwischen 2017 und 2019 betrug der Anstieg der Produktion von Spritzgusswerkzeugen in Österreich 15 %. Die vorhandenen Ressourcen in den Fertigungstechnologien sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Herstellung von Werkzeugkomponenten mit höchsten Qualitätsansprüchen.

Herausforderungen bleiben

 „Es reicht aber nicht zu sagen, wir sind technologisch gut aufgestellt, haben gut ausgebildete Mitarbeiter*innen und erzeugen Hightech-Werkzeuge“, betonen Doris Würzlhuber und Martin Ramsl, die in Summe einen positiven Ausblick ziehen. Die Ressourcen müssen jetzt genutzt werden, um die Automatisierung und Digitalisierung voranzutreiben. Der Automatisierungsgrad in Österreich ist noch niedriger als in Deutschland. Digitalisierungslösungen werden erst punktuell eingesetzt. Auch nutzen österreichische Werkzeugbaubetriebe additive Fertigungsverfahren noch in geringerem Maße. Entsprechende Kompetenzen sollten daher in Zukunft weiter ausgebaut werden, um den Kunden bessere Produkte und Dienstleistungen bieten zu können. Nur durch Adressierung der drei Handlungsfelder Automatisierung, Digitalisierung und Additive Fertigung kann auch zukünftig eine erfolgreiche Differenzierung österreichischer Werkzeugbaubetriebe vom internationalen Wettbewerb gewährleistet werden.

KC-aktuell Sonderausgabe Werkzeugbau inklusive der Studie „Tooling in Austria“

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