Bodenverbrauch: Fakten statt Panikmache

„Wir unterstützen den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Boden, Panikmache aber lehnen wir ab“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.

„Bodenverbrauch“ ist nicht gleich „Bodenversiegelung. Denn über die Hälfte des Bodens, der für Siedlungsflächen etc. verwendet wird, bleibt unversiegelt. © ADOBESTOCK.COM
„Bodenverbrauch“ ist nicht gleich „Bodenversiegelung. Denn über die Hälfte des Bodens, der für Siedlungsflächen etc. verwendet wird, bleibt unversiegelt. © ADOBESTOCK.COM
29.12.2020

Unnötige Panikmache, eine öffentliche Diskussion mit sehr eindimensionalen, nicht faktenbasierten Argumenten, Stichwort „Verbrauch von soundso vielen Fußballfeldern pro Tag“ prägen die jüngere Vergangenheit zum Thema Bodenverbrauch. Dabei lässt man nur allzu gerne unter den Tisch fallen, dass mehr als 90 Prozent der oö. Landesfläche Grünlandwidmungen sind.

„Ich appelliere an alle Verantwortlichen beim Thema Bodenverbrauch statt aktionistischer Schlagzeilen eine differenziertere, faktenbasierte Diskussion zu führen." Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich

 

Sie werden also land- und forstwirtschaftlich genutzt bzw. bestehen aus Wasser-, Fels- und Geröllflächen. Nur etwa 9 Prozent der Landesfläche werden für Siedlungs-, Verkehrs-, Freizeitflächen etc. benötigt. Vergessen wird auch gerne, dass die Waldfläche im Bundesland massiv zunimmt, und zwar um etwa 1000 Hektar pro Jahr.

 

Verbrauch ist nicht Versiegelung

Wenn man von „Bodenverbrauch“ spricht, wird das oft mit Versiegelung in einen Topf geworfen. Was nicht stimmt, denn über die Hälfte des Bodens, der für Siedlungsflächen etc. verwendet wird, bleibt unversiegelt. Bei Umsetzung privater sowie gewerblicher Vorhaben wird zudem sehr viel Planungs- und Realisierungsaufwand betrieben, damit etwa Regenwasser vor Ort versickert oder erst nach einem „Puffer“ in Bäche geleitet wird. Gewerbe-, Industrie- und Abbauflächen sind nicht selten Ersatzlebensräume für Pflanzen und Tierarten und nicht tote Flächen, wie häufig insinuiert wird. Hier ist die Artenvielfalt mitunter größer als in „ausgeräumten“, weil monokulturell genutzten Flächen der Land- und Forstwirtschaft.

 

Faktenbasierte Diskussion statt Aktionismus

Hummer: „Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand und sozialer Sicherheit in diesem Land. Sie brauchen aber Platz zum erfolgreichen Wirtschaften. Sie benötigen dafür gerade einmal 1 Prozent der Landesfläche und sie sind sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewusst. Ich appelliere daher an alle Verantwortlichen beim Thema Bodenverbrauch statt aktionistischer Schlagzeilen eine differenziertere, faktenbasierte Diskussion zu führen.“