Mehr als ein Modewort?

Nachhaltigkeit – eines der größten Schlagworte des 21. Jahrhunderts! Aber was verbirgt sich hinter Nachhaltiger Standortentwicklung und was kann unsere gemeinsame Aufgabe sein? Hier erfahren Sie es!

Die nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsstandorts sowie der Schutz der Lebensumwelt haben in Oberösterreich einen hohen Stellenwert. Die damit verbundenen Aufgaben erstrecken sich über vielfältige Handlungsfelder. Ein Handlungsfeld sind die Gewerbeflächen, da diese strategisch wichtig sind, gezielt entwickelt werden müssen, um einen hohen Bodenverbrauch entgegenzuwirken und wirtschaftlich unerlässlich sind. Das Thema „Nachhaltige Gewerbegebietsentwicklung“ hat dadurch in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Was bedeutet nachhaltig in diesem Kontext? Nachhaltigkeit ist ein Modewort geworden, hinter dem sich viele Interpretationen und Auffassungen verbergen.

 

Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

Das Konzept der Nachhaltigkeit besteht aus drei Kernaspekten, die ökologische, ökonomische und soziale Handlungsfelder hervorbringen:

  • Ökologische Nachhaltigkeit umfasst beispielsweise den Schutz der natürlichen Ressourcen und der biologischen Vielfalt.
  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit umfasst insbesondere eine langfristig effektive Produktion bei gleichzeitiger Ressourcenschonung sowie eine kritische Auseinandersetzung der Unternehmensstrategie und -umwelt mit künftigen Risikofaktoren wie Klimawandel, Energieversorgung und Digitalisierung.
  • Soziale Nachhaltigkeit steht für faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und gute Lebensqualität.

Das wohl bekannteste Modell, das die Zusammenhänge der einzelnen Aspekte beschreibt, ist das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Dieses geht davon aus, dass die ökologische, ökonomische und soziale Säule gleichwertig sind und Nachhaltigkeit nur dann entstehen kann, wenn auf alle drei Säulen gleichermaßen Rücksicht genommen wird. Langfristig kann ein hohes Maß an ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit die Innovationsfähigkeit verbessern und somit dazu beitragen, Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, einen guten Ruf zu erlangen und die gesamte Region bei potenziellen Investor:innen und Unternehmen bekannter zu machen.

EU-Taxonomieverordnung

Nachhaltiges Handeln hat konkrete Auswirkungen auf das Unternehmen. Insbesondere eine nachhaltige Standortentwicklung erzielt hier einen hohen Effekt, da die Nachhaltigkeit erlebbar ist und so bei Arbeitnehmer:innen und Kund:innen direkte Wirkung erzielt.

  • Begrünungen und Freiflächen z. B. steigern die Aufenthaltsqualität am Standort und sorgen so für mehr Zufriedenheit.
  • Standorte aus Holzbauten führen nachweislich zu einer verbesserten Auftragslage bei Unternehmen, da Kund:innen dem Unternehmen Innovationskraft und Vertrauen zuschreiben.
  • Die Nutzung von grünem Strom oder die Erzeugung von Strom am Standort führt zu niedrigeren Ausgaben für Strom. Bei steigenden Strompreisen amortisieren sich also Investitionen in erneuerbare Energieerzeugung bereits nach kurzer Zeit.

Künftig wird auch die EU-Taxonomieverordnung schlagend. Das heißt, dass Banken, die Investitionen finanzieren, deren Nachhaltigkeitskriterien bewerten (müssen). Je nachhaltiger, desto günstiger wird die Fremdkapitalaufnahme. Somit schafft die EU finanzielle Anreize für grüne Investitionen. Eine nachhaltige Firmenphilosophie mit entsprechenden Wertvorstellungen kann auch dabei helfen, Fachkräfte zu gewinnen, da Arbeitnehmer:innen zunehmend darauf achten, ob sie sich mit dem Unternehmen, für das sie arbeiten, identifizieren können. 

Zertifizierung auf Nachhaltigkeit?

Gebäudezertifizierungen, beispielsweise durch die ÖGNI, die Gebäude nach Zertifizierungsstandards des DGNB zertifiziert, werden immer wichtiger und können künftig wertsteigernde Effekte bezüglich des Gebäudewertes erzielen. Neben der DGNB gibt es weitere Zertifizierungssysteme, die ebenfalls auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis basieren.

Anbieter in Österreich:

Die Zertifizierungssysteme sind keine starren Systeme, sondern werden laufend weiterentwickelt. Das Thema Nachhaltigkeit vereint alle Systeme, jedoch unterscheiden sie sich teilweise hinsichtlich ihrer Schwerpunktthemen, die in der Zertifizierung berücksichtigt werden. Die Zertifizierung durch die ÖGNI ist zudem EU-Taxonomiekonform.

Es kann aus vielerlei Gründen sinnvoll sein, über die Zertifizierung der Betriebsobjekte nachzudenken:

  • Marketing und Imagevorteile
  • Qualitätssicherung & Steuerung
  • erhöhte Nachfrage seitens Investoren, Mietern und Kunden
  • gesteigerte Produktivität und Wohlbefinden der Gebäudenutzer
  • Kosteneinsparung durch Vermeidung des Sick-Building-Syndroms
  • Verringerung der Betriebskosten

Die Gründe für eine Zertifizierung sind demnach überwiegend betriebswirtschaftlicher Natur. Hinzu kommt die durch die Zertifizierung erzielte Wertsteigerung des Objekts um durchschnittlich sieben Prozent. Differenziert nach der Nutzung der Objekte ergibt sich für Logistikgebäude eine Wertsteigerung um 3,7 %, Betriebsgebäude 8,3 %, Geschäftshäuser 12,5 % sowie für Büro- und Verwaltungsgebäude 8,3 %. Die Einbindung eines entsprechenden Auditors ist während der Entwicklungsphase zu empfehlen, je eher desto besser.


Unsere Mission:

Oberösterreichs INKOBA-Verbände und Wirtschaftsparks in Kooperation zu ökologisch nachhaltigen Vorzeigeregionen entwickeln.