Das Implementieren eines betrieblichen Mobilitätsmanagements führt durch die systematische Analyse des Verkehrsaufkommens bzw. des -bedarfs zur Identifizierung von Optimierungspotenzialen. Die Ausschöpfung dieser Potenziale führt zu Mobilität, die sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Geschichtspunkten effizient ist. Die emissionsarme Ausrichtung der Mobilität ist vor allem aus ökologischer Perspektive erstrebenswert.
Aber auch überbetriebliche Mobilitätskonzepte an INKOBA- oder Wirtschaftspark-Standorten sind ein anwendbares Konzept mit vielen Vorteilen für die teilnehmenden Kooperationspartner:innen. So führt ein gesteigertes und nachhaltiges Mobilitätsanagebot für Mitarbeiter:innen und Kund:innen zu einer gesteigerten Bereitschaft zu deren Nutzung und schafft damit maximale Flexibilität und Erreichbarkeit. Auch die Nutzung von Fahrrädern kann am Standort gezielt gefördert werden. Dies hat neben dem ökologischen Aspekt auch einen gesundheitlichen Mehrwert. Durch die Koordinierung des Mobilitätsbedarfs können darüber hinaus Doppelfahrten vermieden werden. Somit reduziert sich das Verkehrsaufkommen insgesamt. Die Umstellung auf nachhaltige Mobilität leistet also einen erheblichen Mehrwert für die ökologisch nachhaltige Standortentwicklung.
Neben Freiflächen eignen sich auch Dächer von Gewerbeobjekten für die Begrünung. Es kann zwischen einer Vielzahl von Dachbegrünungen gewählt werden, die sich vor allem in der Intensität unterscheiden. Dachbegrünungen mit einer geringen Intensität werden als Naturdach bzw. extensive Gründächer bezeichnet. Sie haben einen sehr niedrigen Pflegebedarf, sind leicht umzusetzen und kostengünstig. Sie sind auf nahezu allen Standarddächern anwendbar und aufgrund des geringen Dachaufbaus werden überwiegend Gräser, Moose und Kräuter wachsen. Eine intensivere Form der Dachbegrünung sind intensive Gründächer. Diese verfügen über einen tieferen Dachaufbau und eignen sich daher auch für Stauden und Sträucher. Fassaden können ebenfalls begrünt werden. Auch hier gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Bodengebundene Begrünungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Pflanzen eine feste, gewachsene Verbindung zum Boden haben. Die Pflanzen sind entweder Selbstkletterer oder benötigen eine Kletterhilfe, die sie entlang der Fassade nach oben wachsen lässt. Durch die gewachsene Verankerung der Pflanzen im Boden erfolgt auch die Wasser – und Nährstoffzufuhr auf natürliche Art und Weise. Eine weitere Vorgehensweise ist die Verwendung einer fassadengebundenen Begrünung. Fassadengebundene Begrünungen stellen im Grunde die Fassade dar und ersetzen andere Baustoffe wie Glas, die ansonsten die Fassade bilden würden. Sie sind nicht mit dem Boden verwurzelt und können daher wesentlich flexibler verwendet werden, weshalb diese Form der Fassadenbegrünung auch in verdichteten Gebieten wie beispielsweise Stadtkernen möglich ist.
Begrünungen führen zu einem milderen Mikroklima, was vor allem im Sommer Hitzeinseln vorbeugt und somit auch den Energiebedarf durch Klimaanlagen reduziert. Zudem werten begrünte Standorte das Areal optisch auf und schaffen einen qualitativ hochwertigeren Aufenthalt für Mitarbeiter:innen und Kund:innen.
Die Ressource Boden ist eines der knappsten Güter. Viele Betriebsflächen sind zwar entsprechend gewidmet, jedoch nicht verfügbar. Das heißt, aus gemeindeökonomischer Perspektive muss der Teil an verfügbarer, bebaubarer Betriebsfläche möglichst effizient genutzt werden, um die maximal mögliche Kommunalsteuer zu erheben. Auch aus ökologischer Sicht ist ein effizienter Umgang mit der Ressource Boden erstrebenswert, da so die Flächenversiegelung minimiert und der Erhalt des ökologisch funktionstüchtigen Bodens vergrößert werden.
Die effiziente Nutzung des Bodens bzw. die Reduktion der Flächenversiegelung kann durch mehrere Maßnahmen gelingen:
Die angeführten Maßnahmen führen dazu, dass die benötigten Infrastrukturen zur Erschließung des Areals reduziert und ökologische Freiflächen mit intakter Biodiversität geschaffen werden.
Darüber hinaus können brachliegende Betriebsflächen als potenzielle Standorte infrage kommen. Die Brachflächenerhebung aus dem Jahr 2021 hat 110 ha Gewerbebrachen in Oberösterreich identifiziert, die nicht mehr oder kaum genutzt werden. Zur Revitalisierung dieser Areale gibt es bereits Förderungen vom Land Oberösterreich, die vor allem externe Beratungsleistungen zu Revitalisierungskonzepten und die Erstellung eines digitalen Objektzwillings fördern.
Die Energiepreise steigen und der Energiebedarf wird künftig noch größer. Daher wird die effiziente Nutzung von Energie bei gleichzeitiger Nutzung von erneuerbaren Energien am Standort immer wichtiger. Es gibt bereits jetzt viele Möglichkeiten, den Standort entsprechend auszurichten. Auf Unternehmensebene kann bereits in der Planungsphase des Standortes auf die Nutzung von Energieeinsparungspotenzialen geachtet werden. Die Gebäudekompaktheit, die Ausrichtung des Gebäudes, der Fensterflächenanteil, die Verschattung und die Bauweise sind unter anderem Faktoren, die den Wärme- und Kälteenergieverbrauch an dieser Stelle beeinflussen und den Energiebedarf reduzieren können. Photovoltaikanlagen, Geothermie oder auch Windenergie ermöglichen zudem die direkte Erzeugung der Energie am Standort.
Maßnahmen zur Energieeffizienz können folgende sein:
Maßnahmen zur Erzeugung eigener Energie am Standort:
In den vergangenen Jahren ist die Lichtverschmutzung, also die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht, zunehmend in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Licht wird vor allem dann zum Problem, wenn es von betroffenen Menschen nicht erwünscht oder als unangenehm wahrgenommen wird. Störendes Licht kann zu gesundheitlichen Folgen bei den Betroffenen führen, da diese durch ein gestörtes Tag-Nacht-Verhältnis an Schlafstörungen leiden, die weitreichendere Beeinträchtigungen nach sich ziehen können. Auch für die Tier- und Pflanzenwelt stellen Lichtemissionen eine zentrale Problematik dar, da für viele Tiere evolutionsbedingt die Dunkelheit ein lebensbestimmender Faktor ist. Die Beeinflussung des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durch künstliches Licht kann daher ökologische Auswirkungen haben und zu einer Reduzierung der Artenvielfalt führen.
Auch Lärmemissionen haben Auswirkungen auf die Gesundheit. Vor allem Verkehrslärm wird als sehr störend empfunden und führt zu einer mangelnden Entspannungsfähigkeit der Anrainer:innen. Besonders laute Lärmemissionen können als direkte Wirkung sogar einen Hörverlust oder Störungen im Gehör verursachen. Der durch den Lärm entstehende chronische Stress kann bei den Betroffenen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie beispielsweise Herz-Kreislaufstörungen führen.
Um Licht- und Lärmemissionen entgegenzuwirken, eignen sich die folgenden Maßnahmen:
Lichtemissionen werden reduziert durch
Lärmemissionen werden reduziert durch
Die Reduzierung von Licht- und Lärmemissionen ist darüber hinaus ein erheblicher Aspekt des Anrainermanagements.
Nachhaltigkeit ist längst auch in der Baubranche angekommen. Im Zuge dessen rücken nachhaltige Baustoffe immer mehr in den Fokus bei Bauprojekten und durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt gelingt es, nachhaltige Baustoffe immer praktikabler einzusetzen. Vor allem die Verwendung von Holz als Baustoff erweist sich als ökologisch und ökonomisch Vorteilhaft. Der Holzhybridbau, also die Kombination der Baustoffe Beton und Holz als Grundbausteine eines Bauobjektes, vereint die Vorteile der Baustoffe, da Beton sehr preisgünstig und durch eine ausgesprochen hohe Stabilität geprägt ist, Holz hingegen nachwachsend und ökologischer in der Anwendung ist. Der ökologische Vorteil von Holz ist neben dem nachwachsenden Charakter vor allem die Bindung von Kohlenstoffdioxid sowie die hervorragende Recyclingfähigkeit durch die Nachnutzung der Holzbauteile für andere Objekte. Zudem hat Holz eine sehr niedrige Wärmeübertragbarkeit, was vor allem im Sommer zu niedrigeren Umgebungstemperaturen am Standort und den Objekten führt. Infolgedessen sinken die Energiekosten für Heizung und Klimaanlagen. Im Winter hingegen geht so kaum Wärme verloren, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt. Die Verwendung von Holz hat aber einen weiteren ökonomischen Vorteil. Unternehmen, deren Bauten in Holzbauweise entstanden sind, haben eine 12 % höhere Reputation als Unternehmen, deren Gebäude aus herkömmlichen Baustoffen bestehen. Somit profitieren diese Unternehmen, die in Holzbauten Ihrer Tätigkeit nachgehen, von einer positiven Wahrnehmung von anderen Unternehmen, die zu einer höheren Vertrauenswürdigkeit sowie einer höheren Bereitschaft, eine Kundenbeziehung einzugehen, führen.
Die Errichtung von Objekten mit nachhaltigen Baustoffen hat folgende Vorteile:
Zum Thema Holzbau ist der Building Innovation Cluster (BIC) der Business Upper Austria erster und kompetenter Ansprechpartner, der sich seit Jahren mit den Themen beschäftigt und über entsprechende Expertise verfügt.
Weiterführende Informationen finden Sie im Handbuch zur nachhaltigen Standortentwicklung.
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